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Donnerstag, 14. Dezember 2017
Sanitätsauto der Marke "Adler"

Am 8. Januar 1911 wurde in Planegg auf Initiative von Herrn Dr. J. Stoeger die Sanitätskolonne Planegg gegründet, eine Frauenbereitschaft gab es schon. Fortan fanden sie sich jedoch gemeinsam mit den Männern zu Ausbildung, Dienstabenden, Diensten und gesellschaftlichen Ereignissen zusammen. Beim fünfjährigen Bestehen der Kolonne 1916 zählte man 35 aktive Männer und 137 passive Mitglieder, die durch ihren Mitgliedsbeitrag die Rotkreuzarbeit förderten.

Bald sprach man nicht mehr nur vom Roten Kreuz Planegg, da auch viele Kraillinger beitraten, und so blieb die Bezeichnung "Planegg-Krailling" bis heute erhalten. Und dies, obwohl es normalerweise keine Rotkreuzgemeinschaften über Landkreisgrenzen gibt.

1920 wurde mit der Planung für das Rotkreuzhaus begonnen und am 12. 11. desselben Jahres wurde das Grundstück des heutigen Rotkreuzhauses an der Germeringer Straße gekauft. 1923/24 wurde mit der Beschaffung von Finanzierungsmitteln zum Bau eines Hauses begonnen. Sie stammten aus Spenden der Bevölkerung, Einnahmen aus Krankentransporten und Eigenmitteln. Ohne der unermüdlichen Mitarbeit zahlreicher Mitglieder hätte jedoch das Haus 1927 nicht eingeweiht werden können.

Transporte wurden anfangs mit einer Rädertrage durchgeführt: zwischen zwei Fahrrädern war eine Krankentransporttrage montiert; später dann mit einem Landauer, ab 1928 mit einem Sanitätsauto Marke "Adler", das der ganze Stolz der Sanitäter war.

Der zweite Weltkrieg forderte mit seinen verheerenden Auswirkungen von der Sanitätskolonne große Opfer: vierzehn Kameraden fielen an der Front, einige wurden vermißt. Die in der Heimat verbliebenen Kameraden führten in der Zwischenzeit Transporte zum Teil in München durch, das durch Bombenangriffe schweren Schaden erlitt. Die äußeren schweren Belastungen haben die Kolonne erschüttert, aber nicht auseinanderbrechen können. Nach den ersten überstandenen Wirren dieser Zeit - das Rote Kreuz war anfangs sogar verboten - fand sich erneut ein kleines Häuflein zusammen, um den Rot-Kreuz-Gedanken weiter am Leben zu erhalten.

1975 wurde der Sozialdienst gegründet, der zunächst von einer hauptamtlichen Schwester besetzt war und bis zu seiner Einstellung im Jahr 2004 zahlreichen pflegebedürftigen Menschen im Würmtal den Alltag erleichtert hat.

Zusammen mit der Rot-Kreuz-Gemeinschaft Gauting wurde 1979 die mobile Wache RK 37 beschafft. In vielen Arbeitsstunden wurde dieses Fahrzeug geschliffen, gespritzt, umgebaut und eingerichtet. Für Volksfeste, Wandertage kirchliche, sportliche und sonstige Veranstaltungen stand nun ein geeignetes Fahrzeug zur Verfügung.

Zum 70-jährigen Jubiläum wurde ein Ford Transit als Mehrzweckfahrzeug in Dienst gestellt, dessen Finanzierung die Gemeinden Krailling, Neuried und Planegg, eine Spende des Baron Frh. von Hirsch sowie Eigenleistungen sicherstellten.

Lange Zeit war in Planegg eine eigene dauernd besetzte Rettungswache. Später wurde ein Hintergrundrettungsdienst mit dem in Planegg stationiertem Katastrophenschutzfahrzeug in der Nacht und am Wochenende betrieben und dieses Fahrzeug auch an Wochenenden regulär besetzt. Abgelöst wurde dieser Dienst dann 1996 durch die Aufnahme des First Responder Dienstes.

Die letzte - zumindest formal - tief einschneidende Veränderung markiert der Zusammenschluß der Frauenbereitschaft und der Kolonne zur Sanitätsbereitschaft Planegg/Krailling.